FLATZ: Neue Ausstellung mit Werken von Boris Mikhailov

16.06.2016: Das FLATZ Museum zeigt vom 25. Juni bis 1. Oktober 2016 die Ausstellung „STRUCTURES OF MADNESS, OR WHY SHEPHERDS LIVING IN THE MOUNTAINS OFTEN GO CRAZY" mit Werken von Boris Mikhailov. Die Ausstellung bildet den Auftakt einer Reihe von Präsentationen zeitgenössischer Fotografie mit denen das FLATZ Museum eine Neupositionierung als Ort der Auseinandersetzung mit Positionen internationaler Fotokunst und aus der Region vornimmt. Der Kurator der Ausstellung ist Gerald A. Matt, der schon für das Projekt "1989" in der Kunsthalle Wien und der Villa Schöningen in Berlin Potsdam mit Mikhailov zusammenarbeitete.

Boris Mikhailov gilt als einer der wichtigsten Fotokünstler der Gegenwart. Seine Werke sind in den wichtigsten Museen der Welt vertreten. 2015 erhielt er den Kaiserring der Stadt Goslar, einen der renommiertesten Preise für Gegenwartskunst. Boris Mikhailov wurde in Charkow ( Ukraine ) in der ehemaligen Sowjetunion geboren. Als Elektroingenieur arbeitete er zunächst von 1963 bis 1968 im Raketenbau. Nebenbei schuf er als Autodidakt seine ersten Filme und Fotos. In dieser Zeit entstanden seine ersten Werkserien wie „Susi und die anderen“ (1960-1970) und „Die Stadt/Schwarzes Archiv“ (1968-1979).

Mikhailov's Interesse galt erst Selbstportraits, seinen Freunden, Frauen und auch Alltagsszenen der Sowjetunion, die er in skurrilen, aber auch schonungslosen Bildern festhielt. Als er nach Intervention des KGB wegen Aktfotos seiner Frau seinen Arbeitsplatz verlor, wandte er sich noch entschiedener seiner fotografischen Arbeit zu. Da es bis 1990 für ihn nicht möglich war in der Sowjetunion auszustellen, fasste er seine Arbeiten in selbstgefertigten Büchern zusammen.

Seine internationale Karriere begann Mitte der 90er Jahre, als er über Stipendien in die USA und dann nach Berlin kam. Großes internationales Aufsehen erregte Boris Mikhailov als herausragender photographischer Chronist mit seinen Ende der 1990er Jahre aufgenommenen Serie "Case Studies", Bilder von Obdachlosen, Alten, Kranken und Kinder, in denen sich der Verfall der Sowjetunion drastisch widerspiegelt. Arbeiten wie "ich bin nicht ich" (1992), in denen er sich selbst in den skurrilsten Posen darstellt, sind voller Selbstironie.

Die Ausstellung mit dem Titel „STRUCTURES OF MADNESS, OR WHY SHEPHERDS LIVING IN THE MOUNTAINS OFTEN GO CRAZY“ verbindet Bilder eines der bekanntesten Werke von Boris Mikhailov aus der Serie „Yesterday's Sandwich“, die noch am Anfang seiner Karriere in der Sowjetunion Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre entstanden sind, mit einem bislang noch nahezu unbekannten Werkkomplex des Künstlers, entstanden 2011, der der Ausstellung ihren Namen gibt. So unterschiedlich die Arbeiten sind und so verschieden ihre Präsentation als Großfotos an der Wand und als Kammerspiel von kleinen Fotografien und Zeichnungen in den Vitrinen ist, so weisen sie sowohl auf die Kontinuität von elementaren Fragestellungen und Interessen in Mikhailovs Werk als auch auf dessen Vielfalt und Wandelbarkeit hin.

So belegen die Arbeiten aus „Yesterday's Sandwich“ bereits Mikhailovs Blick und Haltung auf die Welt, sich zum „Theatrum Mundi“ überlagernde Bilder des Alltags zwischen lockenden Körpern und surreal anmutenden Landschaften. Die 2011 entstandenen Werkreihe „Structures of Madness“ mit ihren nahezu abstrakten Fels- und Bergformationen weisen mit ihren paradigmatischen Bildern (die er auch nicht verorten möchte) auf sein Leitmotiv zurück, die unermüdliche Beschreibung des allgemeinen Zustands der Welt in seiner ganzen „Unklarheit“.

Informationen Ausstellung Boris Mikhailov:
Eröffnung: Freitag, 24. Juni 2016, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 25. Juni bis 1. Oktober 2016
Öffnungszeiten: am Freitag von 15:00 bis 17:00 Uhr und am Samstag von 11:00 bis 17:00 Uhr sowie nach telefonischer Voranmeldung, +43 5572 306-4839

Kontakt: FLATZ Museum, Marktstraße 33, 6850 Dornbirn, Tel. +43 5572 306-4839, www.flatzmuseum.at